Streit um die Heiratsstrafe – Vier Jahrzehnte Gerichtsurteile, Initiativen, Zankereien
Die jahrzehntelange Auseinandersetzung um die steuerliche Benachteiligung verheirateter Paare gegenüber Konkubinatspaaren mündete in die Annahme der Individualbesteuerung, die spätestens ab 2032 für alle gelten soll. Laut SRF hatte das Bundesgericht 1984 festgestellt, dass eine Schlechterstellung allein wegen des Zivilstands dem Gleichheitsgebot widerspricht, später eine Mehrbelastung von bis zu zehn Prozent für Ehepaare mit Kindern als zulässig erachtet. Die Kantone reagierten mit unterschiedlichen Modellen, während politische Vorstösse wie Steuerpakete oder Initiativen der CVP scheiterten oder – im Fall der Abstimmung 2016 – wegen falscher Behördenzahlen für ungültig erklärt wurden.
Nachdem das Parlament 2020 einen Entwurf beauftragt hatte, nahm das Stimmvolk am 8. März 2026 das Bundesgesetz über die Individualbesteuerung an. Parallel dazu stimmt die Bevölkerung am 29. November über eine neue Initiative der Mitte-Partei ab, die faire Bundessteuern für Ehepaare fordert.
Quelle
Streit um die Heiratsstrafe – Vier Jahrzehnte Gerichtsurteile, Initiativen, Zankereien — SRF
