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Debakel um Chirurg Maisano – USZ-Herzklinik-Skandal: Behörde wollte «nicht zu penetrant» sein

Eine Administrativuntersuchung am Universitätsspital Zürich hat für den Zeitraum 2016 bis 2020 über 70 unerwartete Todesfälle und schwerwiegende Mängel unter dem damaligen Herzklinik-Chef Francesco Maisano festgestellt. In 13 Fällen sei der Einsatz innovativer Produkte wie des Cardiobands unangemessen gewesen, zudem würden Ergebnisse selektiv dargestellt und Komplikationen verschwiegen.

Der Spitalrat will elf nicht erwartbare Todesfälle sowie die unangemessenen Produkteeinsätze der Staatsanwaltschaft anzeigen. Laut SRF-Recherchen in Behördenakten erhielt das Cardioband 2016 trotz eines Drahtbruchs bei der Erstimplantation und fehlender CE-Zertifizierung eine Ausnahmebewilligung von Swissmedic. Zwei weitere Bewilligungen folgten ohne Sicherheitsnachfragen.

Interne Mails belegen, dass Swissmedic bewusst auf „penetrante“ Nachfragen und vorgeschriebene Meldungen verzichtete. Experten werten dies als Prüfverzicht. Die Behörde beruft sich auf eine risikobasierte, verhältnismäßige Wahrnehmung ihres Auftrags und verweist die Verantwortung für den Produkteeinsatz auf die Anwender.

Quelle

Debakel um Chirurg Maisano – USZ-Herzklinik-Skandal: Behörde wollte «nicht zu penetrant» sein — SRF