Urteil: Ägyptisches Mada-Masr-Portal muss schließen
Ein Gericht in Kairo hat die Schließung der unabhängigen Nachrichtenseite Mada Masr angeordnet und die Chefredakteurin wegen des Betriebs einer nicht registrierten Website verurteilt. Das Gericht verhängte eine Geldstrafe von umgerechnet rund 48.000 Euro und ordnete die Beschlagnahme des Eigentums an. Unmittelbar nach der Verkündung wurde die Chefredakteurin in Gewahrsam genommen.
Laut Bericht hatten die Betreiber zuvor mehrfach erfolglos versucht, die erforderliche Lizenz beim zuständigen Rat für Medienregulierung zu erlangen. Die Seite war bereits 2017 wie hunderte weitere Websites blockiert worden. In den vergangenen Jahren seien Journalisten des Portals wiederholt festgenommen und befragt worden, unter dem Vorwurf der Verbreitung von Falschnachrichten und der Gefährdung der nationalen Sicherheit.
Menschenrechtsorganisationen und Beobachter kritisierten die Entscheidung scharf. Reporter ohne Grenzen sprach von einer ungeheuerlichen Entscheidung, die sofort rückgängig gemacht werden müsse. Eine Anwältin für Menschenrechte bezeichnete das Verfahren als absolute Farce. Amnesty International wertete den Schritt als erschütternden Rückschlag für die Pressefreiheit in dem Land.
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