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Süditalien – Regierung prüft bei Protesten Mafia-Verbindungen

Die italienische Regierung prüft bei den Blockaden von Lastwagenfahrern in Süditalien Verbindungen zur organisierten Kriminalität. Innenminister Matteo Piantedosi und Justizminister Carlo Nordio sprachen von Hinweisen auf Unterwanderung und einer hohen Wahrscheinlichkeit für Instrumentalisierung. Daraufhin leitete die Staatsanwaltschaft Neapel Ermittlungen ein, auch die parlamentarische Anti-Mafia-Kommission untersucht Vorfälle in mehreren Städten. Bisher wurden 1399 Fahrer identifiziert und 71 Personen angezeigt.

Strafrechtsprofessor Fabio Basile betont laut Bericht, es handle sich bislang nur um eine Hypothese ohne gesicherte Ermittlungsergebnisse. Er warnt davor, die Proteste pauschal als Mafia-Symptom zu deuten, verweist aber auf Einschüchterungsmethoden wie zerstochene Reifen als typisch für organisierte Kriminalität. Als Motive kämen Destabilisierung oder der Versuch infrage, bei Berufsgruppen Zustimmung zu gewinnen.

Ökonom Danilo Ceraso sieht die Proteste auch als Ausdruck wirtschaftlicher Not in Süditalien. Das Regierungs-Hilfspaket von 175 Millionen Euro für Transport, Landwirtschaft und Fischerei bewertet er als kurzfristige Entlastung, die grundlegende Probleme nicht löse.

Quelle

Süditalien – Regierung prüft bei Protesten Mafia-Verbindungen — SRF